LKW Abwrackprämie: Der unabhängige Blog der Speditionsexperten zum Thema

Aktuell: 11. Januar 2021

Das Bundesverkehrsministerium, das zuvor die sogenannte Lkw-Abwrackprämie in eine in vielerlei Hinsicht sehr gelungene Richtlinie gegossen hat, hat heute den Start des Programm bekanntgeben. Es gilt das Windhundprinzip, späteste Antragstellung ist der 15. April.

Aktuelle Informationen haben wir hier zusammengefasst:

Worauf Sie bei Ihrem alten LKW bei der LKW-Abwrackprämie achten müssen

Worauf Sie bei Ihrem neuen LKW bei der LKW-Abwrackprämie achten müssen

Völlig unstrittig müssen die Emissionen im gewerblichen Güterkraftverkehr weiter gesenkt werden: Dies kann vor allem durch die konsequente Ahndung illegaler Kabotagefahrten und damit der Verminderung des Verkehrs erfolgen. Und oder zusätzlich durch Erneuerung des Fuhrparks mit Motoren der modernsten Abgasstufen und geringstem Verbrauch. Die nunmehr ins Spiel gebrachte LKW-Abwrackprämie kann ein gutes Instrument sein, gerade kleinen und mittleren Speditionen und Transportunternehmen eine wirtschaftlich tragbare Möglichkeit zum Austausch ihrer LKW zu bieten. Der sofort meßbare Effekt auf die Umwelt dürfte der größte Vorteil dieser Idee sein.

Klar: Die LKW-Abwrackprämie löst Emissionen und klimaschädlichen Güterkraftverkehr nicht mal eben in Luft auf. Aber es ist eine realistische Möglichkeit die Emissionen umgehend zu senken.

In Anbetracht der zahlreichen deutschen Nutzfahrzeughersteller erscheint dies außerdem als sinnvolles Konjunkturprogramm in Zeiten der Corona-Krise.

Auf dieser Seite werden wir die uns vorliegenden und neuen Informationen zur LKW-Abwrackprämie regelmäßig einstellen und aus unserer – natürlich subjektiv und die mittelständische Transportwirtschaft im Auge haltende – Einschätzung abgeben.

Dieser Blog zu der LKW-Abwrackprämie wird von der auf die betriebswirtschaftliche Beratung von mittelständischen Transportunternehmen spezialisierte Unternehmensberatung Die Speditionsexperten betrieben. Zu unseren Arbeitsschwerpunkten zählen die Digitalisierung in der Logistik, die Beratung von Transportunternehmen in der Krise, das externe Controlling von Speditionen und die Verbindung von politischen Entscheidungen und Förderprogrammen – wie auch bspw. De-Minimis – mit den betrieblichen Belangen der Branchenunternehmen. Eindeutig zu letzterem zählen damit auch die Investitionsentscheidungen und Planungen im Zusammenhang mit der LKW-Abwrackprämie.

Wie wird die LKW-Abwrackprämie funktionieren?

Die Bundesregierung hatte ja im Sommer 2020 im Rahmen des Corona-Konjunkturpaketes das europäische Flottenerneuerungsprogramm angeregt. In diesem hätte es eine Prämie für den Tausch eines LKW mit alter Schadstoffnorm (Euro 3, Euro 4, Euro 5) gegen einen neuen gegeben.

Die Europäische Kommission hat sich in den letzten Monaten nun nicht gerade überschlagen dieses Thema erfolgreich umzusetzen. Die Bundesregierung packt es nun offensichtlich auf nationaler Ebene selber an. Und das ist zunächst sehr gut.

Die Idee hinter der LKW-Abwrackprämie ist dabei einfach – und effizient wie auch effektiv: Unternehmen, die einen alten

  • Euro 3 LKW
  • Euro 4 LKW
  • Euro 5 LKW

verschrotten und sich dafür einen neuen LKW mit der modernen Euro 6 Abgasstufe anschaffen, sollen hierfür eine Prämie erhalten. (Stand: 17.11.2020, Einigung der Vertreter der Bundesregierung mit Ministerpräsidenten einiger Länder sowie Vertretern der Automobilwirtschaft und der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität).

Neben der schnellen Erneuerung der alten, klimaschädlichen LKW in privatwirtschaftlichen Unternehmen sollen insbesondere auch LKW öffentlicher Einrichtungen schnellstmöglich gegen solche mit moderner Abgastechnologie umgetauscht werden. Die Abwrackprämie zielt damit auch auf LKW bspw. der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes ab.

Intelligente Trailertechnologie soll ebenfalls gefördert werden

Neben den Motorenbauern haben auch die Hersteller von Aufliegern und Anhängern in den letzten Jahren hochinteressante Systeme zur Effizienzsteigerung auf den Markt gebracht. Viele Spediteure und Frachtführer wissen dies gar nicht, obwohl sie hiermit ihre laufenden Kosten senken können.

Diese Systeme können im Einsatz sofort, also ab dem ersten Kilometer, Emissionen senken und damit den Umweltschutz verbessern. Daß die Bundesregierung solche Systeme – und damit indirekt auch die Hersteller und Zulieferer – fördern möchte, ist an dieser Stelle eine sehr gute Nachricht.

Höhe der LKW-Abwrackprämie

Insgesamt plant die Bundesregierung 500 Millionen Euro für privatwirtschaftliche Unternehmen und 500 Millionen Euro für kommunale Unternehmen ein.

Ob die im Sommer für das europäische Flottenerneuerungsprogramm angeregten LKW-Abwrackprämien (15.000 Euro für die Verschrottung eines Euro 5 LKW, 10.000 Euro für das Verschrotten eines Euro 4 oder eine Euro 3 LKW) beibehalten werden, ist noch nicht bekanntgegeben (18.11.2020). Das gleiche gilt für die Zuschüsse für intelligente Ausrüstung an Aufliegern.

LKW Abwrackprämie für Diesel-LKW vs. Elektro-LKW

Klar ist auch: Es wird gegen vereinzelte Kritik ausdrücklich der Erwerb konventioneller Verbrennungstechnologie gefördert. Wie sähen aber die Alternativen – fernab vom Lastfahrrad – aus?

Nachdem die Wasserstofftechnologie in Deutschland jahrelang verschlafen wurde sollen Elektro-LKW eine Alternative zum Dieselantrieb sein. Das mag eine verlockende Idee sein, ist aber gerade im Mittelstand wirtschaftlicher Unsinn – ebenso wäre eine LKW Abwrackprämie zugunsten von Elektro-LKW populistischer Firlefanz und fernab unseres grundgesetzlich verankerten Wirtschaftssystems:
Eine LKW-Abwrackprämie zugunsten von nicht marktgängigen Elektro-LKW dürfte alleine deshalb im Mittelstand nicht funktionieren, da

  • es de facto so gut wie keine Elektro-LKW auf dem Markt gibt: Eine LKW-Abwrackprämie also nicht zu einer Flottenerneuerung führen würde
  • bei der aktuellen Batterietechnologie die Auslastung eines Elektro-LKW gegenüber dem Diesel- (oder klimafreundlichen Wasserstoff-)Antrieb alleine aufgrund der langen Ladezeiten so gering wäre, daß die anteiligen Fixkosten je Streckenkilometer derart in die Höhe schnellen würden, daß ein Gütertransport damit lange nicht wettbewerbsfähig wäre (ebenso wenig, wie das den Elektro-LKW haltende Unternehmen)
  • ein Elektro-LKW mit einer so hohen Batterieleistung ausgestattet werden müsste um die Nutzlast eines Diesel-LKW zu ersetzen, daß das Risiko bei einer Explosion oder einem Brand der Akkumulatoren in keinem Verhältnis zu dem Nutzen stünde (und vermutlich nicht von Fahrern ohne Gefahrgutausbildung gesteuert werden dürfen)
  • der Ausbau mit Oberleitungen als alternative Strom- oder Lademöglichkeit aktuell nicht der Rede wert ist und auch lange dauern würde.

Die LKW-Abwrackprämie, mit der alte, schadstoffreichere LKW insbesondere der Klasse EURO 3, EURO 4 oder EURO 5 verschrottet und damit auch nicht mehr im Ausland emittieren können, im Tausch gegen LKW mit hochmodernen Dieselmotoren der EURO 6 Norm, erscheint in diesem Fall sinnvoll.

LKW Abwrackprämie für Diesel-LKW vs. Wasserstoff-LKW

Eine LKW-Abwrackprämie, die Wasserstoff-LKW fördern würde dürfte alleine daran scheitern, daß die Wasserstofftechnologie jahrelang zugunsten der Elektoantriebe vernachlässig wurde. Es gibt schlichtweg keine ausreichende Auswahl an Wasserstoff-LKW am Markt. Eine LKW-Abwrackprämie wäre wenige hilfreich um solche Fahrzeuge zu fördern.

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